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Ostern2022

12.04.2022 | Jedes Jahr ringe ich erneut um einen halbwegs lesenswerten Gedanken, der Ostern zugänglich macht. Aber wenn ich ehrlich bin: ich bin jedes Jahr gescheitert. Also werde ich auch dieses Jahr scheitern.
An Ostern handelt Gott. Wer wäre ich, Gottes Handeln zu verstehen oder zu erklären? Verstehen kann ich nur, was sich meinem Verstand erschließt. Ich „verstehe“ Ostern aber nicht. Es übersteigt meinen Verstand.

 

Also mache ich mich mit Maria von Magdala und ihrer Freundin auf den Weg zum Grab. Mit ihnen zusammen will ich den Mut aufbringen, ins Auge des Engels zu blicken und darin das Grab leer vorzufinden. Auch wenn mein Verstand im Stillen mahnt, „Das gibt’s doch nicht! Das ist unmöglich!“, will ich das Vertrauen finden, dass das „Unmögliche“ bei Gott möglich ist. Gottes JA zum Menschen hat gerade an Ostern sein Ziel erreicht. Gottes Liebe zum Menschen war und ist stärker als der Tod. Das zu glauben, bedeutet, Gott das Unmögliche zuzutrauen.
Dieses Vertrauen ist der Gegenentwurf zur verkrampften Selbstüberschätzung eines Putin, sowie aller weiteren, selbstgefälligen Machthaber*innen dieser Welt. Ihre narzisstische Haltung zeigt nichts weniger als die Vergötzung des Todes, in der das Leben nichts gilt. 

In diesen Tagen wird mir Ostern zu einem Fest, das mich aufstehen lässt aus der uns bedrückenden Wirklichkeit. Ich mache mich mit den beiden Frauen auf dem Weg zum Grab, um darin einen neuen Lebensanfang zu finden. Es ist ausgerechnet das Grab, an dem Gott das Unmögliche möglich macht. Ich fliehe nicht vor der Realität, sondern ich stelle mich ihr entgegen. Ich vertraue darauf, dass Gott sein JA zum Menschen genau an jenem Ort zeigt, wo der Tod allgegenwärtig ist, aber zugunsten eines neuen Lebens überwunden ist. Das Grab ist leer. Das Leben siegt.

So feiere ich Ostern als Fest der Hoffnung und der Liebe und: des Lebens! Darauf vertraue ich. Gerade in diesen verstörenden Zeiten.

Frohe und gesegnete Ostern!

Dirk Große, Pastor